Dammmassage – sanfte Vorbereitung auf die Geburt
Die Dammmassage ist eine Möglichkeit, deinen Körper sanft auf die Geburt vorzubereiten. Sie kann dazu beitragen, das Gewebe im Dammbereich geschmeidiger zu machen, die Durchblutung zu fördern und das Körpergefühl zu stärken. Gleichzeitig kannst du lernen, deinen Beckenboden bewusst wahrzunehmen und während der Geburt besser zu entspannen.
Bei Erstgebärenden kann eine regelmäßige Dammmassage ab etwa der 34. Schwangerschaftswoche das Risiko für Dammverletzungen und insbesondere für einen Dammschnitt (Episiotomie) nachweislich senken.
Studien zeigen einen kleinen, aber relevanten Nutzen – vor allem für die Verringerung von Dammschnitten und anhaltenden Dammschmerzen nach der Geburt.
Warum ist die Dammmassage sinnvoll?
Die Dammmassage kann mehrere Vorteile haben:
- Sie fördert die Durchblutung im Dammbereich.
- Sie kann die Dehnungsfähigkeit des Gewebes unterstützen.
- Sie hilft dir, deinen Beckenboden bewusster wahrzunehmen.
- Sie kann dich dabei unterstützen, Vertrauen in deinen Körper zu entwickeln.
- Sie kann das Risiko für Dammverletzungen, insbesondere einen Dammschnitt, möglicherweise verringern.
Wichtig ist, dass die Dammmassage keine Garantie für eine verletzungsfreie Geburt ist. Sie ist jedoch eine einfache Möglichkeit, dich bewusst und achtsam auf die Geburt vorzubereiten.
Wie funktioniert die Dammmassage?
Du kannst mit der Dammmassage in der Regel ab der 34. Schwangerschaftswoche beginnen. Wenn du unsicher bist, besprich die Anwendung vorher mit deiner Hebamme oder deiner Ärztin beziehungsweise deinem Arzt.
1. Vorbereitung
Wasche deine Hände gründlich und achte auf kurze, glatte Fingernägel. Suche dir einen ruhigen Ort, an dem du dich entspannen kannst. Verwende bei Bedarf ein geeignetes, reizarmes Massageöl oder Gleitgel.
2. Eine bequeme Position finden
Setze oder lege dich bequem hin, beispielsweise mit angewinkelten Beinen und gut gestütztem Rücken. Wichtig ist, dass du deinen Beckenboden entspannen kannst und den Dammbereich gut erreichst.
3. Sanft massieren
Gib etwas Öl auf deine Daumen und führe einen oder beide Daumen vorsichtig wenige Zentimeter in die Scheide ein. Übe einen sanften Druck nach unten in Richtung After und seitlich in Richtung der unteren Scheidenwand aus. Du solltest eine leichte Dehnung spüren, aber keinen Schmerz.
Halte den sanften Druck für etwa ein bis zwei Minuten und massiere anschließend den unteren Bereich der Scheidenöffnung mit kleinen, langsamen Bewegungen in U-Form. Vermeide ruckartige Bewegungen und starken Druck.
4. Zeit nehmen
Plane etwa fünf bis zehn Minuten ein. Du kannst die Massage regelmäßig durchführen, beispielsweise täglich oder mehrmals pro Woche, sofern sie sich angenehm anfühlt.
5. Bewusst atmen
Atme ruhig und tief weiter. Versuche, deinen Beckenboden mit jeder Ausatmung bewusst loszulassen. Gerade das Wahrnehmen und Entspannen des Beckenbodens kann eine wertvolle Vorbereitung auf die Geburt sein.
6. Nachspüren
Beende die Massage in Ruhe und achte darauf, wie sich dein Körper anfühlt. Wenn du Schmerzen, Brennen oder andere Beschwerden bemerkst, unterbrich die Massage.
Gut zu wissen
Die Dammmassage sollte immer angenehm und schmerzfrei bleiben. Bei vaginalen Infektionen, Herpes, Blutungen, vorzeitigem Blasensprung oder anderen Schwangerschaftskomplikationen solltest du auf die Massage verzichten und zunächst deine Hebamme oder deine Ärztin beziehungsweise deinen Arzt fragen.
Du musst nichts erzwingen. Es geht nicht darum, das Gewebe möglichst stark zu dehnen, sondern darum, achtsam mit deinem Körper umzugehen und Vertrauen in deine eigene Wahrnehmung zu entwickeln.
Mein Tipp: Nimm dir diesen kleinen Moment bewusst für dich. Mit Ruhe, einer angenehmen Atmosphäre und einer entspannten Atmung kann die Dammmassage zu einem wohltuenden Bestandteil deiner Geburtsvorbereitung werden.